Auszug Pressestimmen / Rezensionen

 

Holger Evang-Lorenz, Träger des Bad Godesberger Literaturpreises

Köln, Lesung im Rahmen der Anthologie zum Wettbewerb "Politische Lyrik" 2015/2016:

„Christiane Schwarze und Eva Batt waren das absolute Highlight des Abends. Ihre kongeniale Übereinstimmung in Rhythmik, Musik und Sprache, ihre überraschenden wie intensiven „saitlich“-sprachlichen Klangbilder, die durch die stimmliche Eindringlichkeit der einen wie durch die grandiosen Flügel- und Percussion-Einlagen der anderen phasenweise ein Ausmaß an Dichte erfuhren, die wohl jeder und jedem im Raum unter die Haut gegangen und in die Knochen gefahren ist.“

 

Gerald Brandt, Rezensent

"Wenn Worten Flügel wachsen ...

Das Duo TonSatz stellt eine bemerkenswerte Ausnahmeerscheinung innerhalb der deutschsprachigen Literatur- und Kleinkunstszene dar.
In ihren musikalisch inszenierten Lesungen vollbringen die Künstlerinnen das seltene Meisterstück, eine Brücke zwischen künstlerischem Anspruch und gesellschaftlichem Engagement zu schlagen.

Die literarisch äußerst gelungene Suche nach der Möglichkeit der Entfaltung eines humanen Lebens in unserer Gesellschaft verschmelzen mit den nuancenreichen Kompositionen von Eva Batt zu einem Gesamtkunstwerk.
Der außergewöhnliche Gleichklang von Text, Vortrag und Musik schafft eine Stimmung, die das Publikum fesselt und auf eine Reise in die Innenwelt entführt.

Sehr plastisch zeichnet jedes Stück Ausschnitte und Besonderheiten eines Lebens nach: mit Sehnsüchten, Träumen und Wünschen – aber auch mit alltäglichen Erfahrungen; Nachdenkliches und hintergründiger Humor fließen ineinander".

 

Ines Nandi, Autorin

"Gesellschaftskritische Lyrik und Prosa von Christiane Schwarze, begleitet von eigens hierzu komponierter Musik von
Eva Batt – es war ein Genuss für die Ohren und für Kopf und Herz!"

 

Lauterbacher Anzeiger

"Christiane Schwarze schreibt nicht nur intensive und inhaltlich glaubhafte Texte, sondern weiß sie auch gut vorzutragen.
Mit einfühlsamer Betonung blättert sie gleichsam die Worte vor dem Zuhörer auf und lässt ihn dadurch teilhaben.
Von der intensiven und positiven Atmosphäre eingenommen, spendete das Publikum langen, bewegten Applaus."

 

Böhmezeitung (Heidekreis)

Anmutige und satirische Reise durch Epochen

Große Gefühle bei musikalisch inszenierter Lesung „Café Zeitvergessen“ in Bibliothek Waldmühle

Soltau. In eine traumwandlerische Zeitreise entführten Jazzpianistin Eva Batt, Schriftstellerin Christiane Schwarze und Perkussionistin Elke Saller ihre Zuhörer in der Bibliothek Waldmühle. Batt am Klavier und Saller am Marimbaphon lieferten virtuos, mit viel Gefühl und ständig spannenden Tonfolgen, Musik zu den Texten Schwarzes. Gemeinsam gelingt ihnen ein grandioser Abend der Erinnerungen und Gefühle. 
Christiane Schwarze wandert mit Headset im Raum umher, spricht akzentuiert, nimmt auch körperlich Kontakt mit den Zuhörern auf und schildert das Erleben einer Reise durch die Zeit im imaginären Café Zeitvergessen.
Da wandelt sich politisches Bewusstsein, der Geschmack des Kaffees, Musikstil, Sprache und Benehmen der Besucher des Cafés, die sie über die Grenzen von Epochen begleitet. Schwarze nutzt in ihrer episodischen Erzählung Stilmittel wie Satire und lyrische Prosa.
Die Zuhörer verweilen in den Szenen und erkennen sich in den Schilderungen mit einem Augenzwinkern oft selbst.

Eva Batt spielt das Klavier, lässt es teils glockengleich untermalen, wischt mit den Händen über die Saiten und schafft passende Atmosphäre zu den Texten. Elke Saller setzt zunächst wenige Akzente, unterstreicht eher. Im Laufe der Aufführung wechselt sie sich aber in der Führung mit Batt ab, lässt die volle Bandbreite des Marimbaphones, Schlagzeug und Perkussionsinstrumente erklingen. Die drei Akteure erhalten großen Applaus und honorieren ihrerseits mit dem zu Herzen gehenden „Polarnacht“ als Zugabe.
Ein außergewöhnlicher Abend mit außergewöhnlichen Künstlerinnen lässt in manchmal hektischer Zeit genussvoll innehalten.

 

Oberhessische Presse Marburg

TonSatz“ gastierte im Café Vetter

Prosa zum Träumen, Jazz zum Genießen (…)

Marburg. „Gestatten? Mein Name ist Ton und das ist Satz“, stellt sich Eva Batt vor und zeigt danach auf ihre kongeniale Partnerin Christiane Schwarze.
„Ton“ und „Satz“ sind seit fünfzehn Jahren ein Duo. Die Pianistin Batt schreibt die Musik für Schwarzes Geschichten.
Das Buch „Imaginäre Begegnungen“, aus dem Christiane Schwarze las, ist eine Zusammenstellung verschiedener Kurzgeschichten.

Bei der heutigen Darbietung dreht sich alles um (…) Begegnungen im „Café Zeitvergessen“, in dem laut Schwarze „die Zeit stehenbleibt und alles genau im richtigen Moment geschieht“.(…)

„Surreale Impressionen“ verspricht die Lektüre: Schwarze lässt manchmal auf charmante, manchmal auf witzige und dann wieder auf völlig abstruse Art, Realität und Fantasie verschwimmen.
Aber egal wie, es ist immer träumerisch und sinnlich.
Besucher geben sich Schwarzes Stimme uneingeschränkt hin, haben während der Leseproben durchgängig die Augen geschlossen und lassen das Erzählte auf sich wirken. (…)

 

Literatur- und Gesellschaftsmagazin Volksfest / Geest Verlag

"Texte von Christiane Schwarze hinterlassen Wirkung. (...) Christiane Schwarzes Bücher – literarisch äußerst gelungene Suchen nach der Entfaltung eines humanen Lebens in unserer Gesellschaft."

 

Wheel-it

"Christiane Schwarze schreibt sehr eindrucksvolle Gedichte und Geschichten, die einem wirklich unter die Haut gehen.
Ein Wiedererkennen und Verstehen macht sich breit." 

 

Kreiszeitung Weser-Emsland

"Von geradezu bestürzender Intensität, schonungsloser Offenheit und lyrischer Kraft." 

 

Literaturzeitschrift Wortwahl

"Herausragend Christiane Schwarzes Texte."

 

Auszug Laudatio zum Literaturpreis Antho?-Logisch! 2013.

Von Heinz Neidel, Mitbegründer des Instituts für moderne Kunst Nürnberg; 20 Jahre dessen Leiter, heute freischaffender Publizist mit Schwerpunkt Literaturkritik.

Preisgekrönte Kurzgeschichte von Christiane Schwarze: Weiße Welt

„Wir brauchen keine weiteren Styropor-Geschichten. Rhetorische Einstecktüchlein sind längst überflüssig.
Wir brauchen sehnige, schlanke Erzählungen, gefüttert mit inspirierenden Gedankenläufen.
Wir wollen offene, freie literarische Denk-Räume, in denen sich der Eros des Schreibens mit der Lust des Lesens paart – Deutungsneugierde inklusive!

Hier siedelt die preisgekrönte Kurzgeschichte von Christiane Schwarze.
Sie trägt den doppelbödigen Titel Weiße Welt; dass er zudem noch süffisant ist, kapiert man erst nach der Lektüre.
(...)
Der Autorin gelingt ein präzises Schlaglicht auf den Handel und Wandel unter dem scheinheiligen Schutzschild „Globalisierung“. Ausbeutung at its best!

  • Soziale Fratzen wetterleuchten.

  • Armut bekommt ein menschliches Antlitz.

  • Wegschauen ist da einfach nicht mehr möglich.

  • Assoziationen bekommen Auslauf.

Welthaltige Literatur im Manuskript auf Transparentpapier.
(...)
Christiane Schwarze (Jahrgang 1960) ist ein kreatives Multitalent. Die Bandbreite ihrer Werke reicht von Kurzprosa über Märchen (in Gänsefüßchen verstanden) und hinterhältiger Satire bis zur Lyrik mit griffigen Haikus.

Unter dem Label TonSatz hat sie zusammen mit der Komponistin und Musikerin Eva Batt einige CDs veröffentlicht.
Die Covers dazu stammen zudem aus ihrem Aquarell-Kasten:
Zusammen minimalistische Wort-Kammerspiele, leise aber insistierend musikalisch in Szene gesetzt.

Ein Gedicht (von Christiane Schwarze), das insgeheim schlüssig zur Weißen Welt passt, habe ich für heute ausgewählt:

Immer neue Verwirrungen
Ich hetze Gedankenstraßen entlang,
jage nach Erkenntnis.

Wo ist die Antwort,
vor allem aber,
wie lautet die
Frage?

Dieser Dualismus steckt auch in der Kurzgeschichte, die wir hernach hören werden:

  • Sätze wie gestanzt.

  • Bilder wie sprachgefiltert.

Die besten Geschichten sind nicht jene, die uns satt machen, vielmehr solche, die hungrig machen auf das Leben und seine unterschiedlichen Menschen-Begegnungen.
Wirkungsmächtig wie bei Christiane Schwarze. Sie erzählt wunderbar suggestiv, setzt ein Kino im Kopf in Gang.

Wir, die Jury, fanden sie „Antho?-Logisch!“-preiswürdig, besonders auch deswegen, weil sie bei aller sprachlichen Lakonie sinnlich unser Bewusstsein unterwandert und zeigt, dass es im Sichtbaren Unsichtbares zu entdecken gibt.
Und: wie hier ein Stück von radikaler Freiheit gerettet wird.

(...)

 

Göttinger Tagblatt

Aktionstag zur Gleichstellung Behinderter: Duo TonSatz präsentiert Wider die Kälte dieser Zeit

Im Rahmen des europaweiten Aktions- und Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen fand in Göttingen eine musikalische Lesung statt.
Das Duo TonSatz stellte sein Programm Wider die Kälte dieser Zeit vor.

Christiane Schwarze ist eine engagierte Autorin, die Helden ihrer Kurzkrimis sind Menschen, die souverän mit ihren Behinderungen umgehen.
Durch Perspektivenwechsel innerhalb ihrer kurzweiligen Geschichten entstehen überraschende Pointen.
Diese Methode wählt sie auch in ihrem Märchenkrimi, der die Realität verlässt, ohne ins Kitschige abzudriften.

Eva Batt, die unter Anderem am Bostoner Berklee College of Music studierte, hat die Musik zu den Texten von Christiane Schwarze geschrieben.
In ihren Kompositionen spiegeln sich Einflüsse von Blues, Bossanova, Tango, aber auch Klassik.
Sie spielt Piano, Bass-Gitarre und Percussion und untermalt atmosphärisch dicht die vorgetragenen Texte.
Musik und Texte fließen harmonisch ineinander über.

Laut und deutlich:

Auch die sozialkritische Lyrik von Christiane Schwarze ist engagiert und mutig.
In den Texten bittet sie nicht leise um Verständnis für Menschen mit Behinderungen, sondern sie fordert laut und deutlich: „Gleich viel Recht für gleich viel Leben.“ Denn: „Wir sind genau richtig.“
Mit diesen Worten trifft Christiane Schwarze den Nerv des Publikums und macht Menschen mit, aber auch ohne Behinderung Mut.

Die Liebe kommt in den Texten an diesem Abend auch nicht zu kurz, philosophische Gedanken dürfen ebenfalls nicht fehlen.
Ein gelungenes Programm, das zugleich aufrüttelt.

 

Oberhessische Zeitung

Ein Gesamtkunstwerk aus Text, Bild und Musik

Vernissage mit Christiane Schwarze, Eva Batt und Ulrike Born

Ober-Gleen. Das Atelier Cultura 2000 ist rappelvoll, denn es wartet am Freitag mit Ton-Satz-Bild-Transformationen mit einer besonderen Art von Vernissage auf.
Ein Mix aus Musik, Text und Acrylbildern – eine Kombination mit viel Hintergrund.
Bei Eva Batt, Christiane Schwarze und Ulrike Born transformieren sich einzelne Werke zu einer Art Gesamtkunstwerk.
Die eine schreibt Texte zu den Bildern und der Musik der Kolleginnen; Bilder entstehen inspiriert durch Worte und Musik und auch die Musik entwickelt sich aus Eindrücken, die Wort und Bild aufkommen ließen.

Die Künstlerinnen inspirieren sich wechselseitig.
Mal ist Musik die Grundlage für weitere Werke, mal ein Text, mal ein Bild.
So war es auch für die Besucher spannend mitzuverfolgen, wie die einzelnen Schwingungen umgesetzt wurden:
Zuerst wurde ein Bild gezeigt. Welche Musik mochte nun folgen? Passt der Text zu dem Bild, wie ich es verstehe?

Die Künstlerinnen stellten ihr Werk nicht nur vor, sie nahmen ihr Publikum mit auf eine Entstehungsreise.
Gespickt mit kleinen Anekdoten begannen die Zuschauer zu verstehen, wie der Schaffensprozess jeder Kunstkette entstanden war.
Wie aus dem Musikstück "End of Summer" der Text "Welcher Moment ist es" wurde und wie darauf beruhend ein Bild wie "Welcher Moment" entwickelt werden konnte.

Plötzlich begannen die abstrakten Bilder zu leben, und wenn die Musik das Temperament wechselte, sah das Bild wieder ganz anders aus. Alles hing zusammen und die hintergründigen Sätze Christiane Schwarzes, machten das Erlebnis auf der Sprachebene komplett.
"Es ist, als dolmetschten wir uns gegenseitig", freute sich Musikerin Eva Batt über diese Kombination.

Studiert am Berklee College of Music in Boston, kann sie auf über hundert öffentliche Konzerte in Deutschland, Italien und den USA verweisen.
Sie war es auch, die den Anstoß zu dieser Art der Zusammenarbeit gab.
"Sie fiel einfach in meine Mailbox", lacht Autorin Christiane Schwarze.
Der Titel "End of Summer", für den Eva Batt jemanden suchte, der ihr einen Text dazu schreiben sollte, bildete quasi die Geburtsstunde des Duos TonSatz.
Mit unterschiedlichen Programmen unterwegs, übernehmen die beiden Frauen auch Projektaufträge.

Ernst Bloemers, der Galerist von "Kunst im Kuhstall", brachte Ton-Satz-Bild zustande. Er fragte die beiden Künstlerinnen, ob sie nicht eine Malerin kennen würden, mit der sie zusammen in einem Projekt arbeiten könnten.
So kam Ulrike Born dazu, die beide bereits kannten.
"Der Ort der Irrtümer", ein Bild überwiegend in Blau gehalten, war das Werk bei dem Christiane Schwarze wie auch Eva Batt "sofort etwas hörten".
"In mir fing es direkt an zu arbeiten", beschrieb die Autorin des Teams, von der bis jetzt fünf Bücher veröffentlicht wurden und die Preise und Auszeichnungen erhielt, ihre Eindrücke beim Betrachten des Werkes.
"Es war unheimlich spannend zu hören, was die anderen aus meiner Malerei gemacht haben", begeisterte sich auch die Malerin für das Projekt.

Auch der zweite Teil der Vernissage, eine musikalisch unterstützte Lesung des Kurzkrimis "Cornelius" von Christiane Schwarze, beeindruckte die Anwesenden.
Hier ließ sich nicht nur die Vielfältigkeit des Duos TonSatz erahnen. Auch der Spannungsfaktor blieb bei den Zuhörern unvermindert bestehen.

 

Kreiszeitung Wesermarsch

11. Frauenwoche hat begonnen

Vielversprechender Start.
Inhaltlich begann der Start der Frauenwoche vielversprechend. Denn in Anlehnung an dem europaweit ausgerufenen "Jahr der Menschen mit Behinderungen" hat die Frauenbeauftragte das Duo TonSatz verpflichtet, das sich in ihrem Programm Frauen mit Behinderungen widmet.

Christiane Schwarze, Autorin des Duo TonSatz, ist seit einem Unfall körperbehindert.
Ihre Lesung und das Vortragen lyrischer Prosa machten deutlich, dass körperliche Einschränkungen kein Grund sind, sich zu verstecken – sondern im Gegenteil – Kraft geben können, seine "Andersartigkeit" selbstbewusst zu behaupten.

Musikalisch untermalt und in eindrucksvoller Weise unterstrichen wurden ihre ausdrucksstarken Texte durch die Musikerin und Komponistin Eva Batt.
Auf dem Keyboard, mit E-Bass und Percussion unterstrich sie in dieser musikalisch inszenierten Lesung das Anliegen der Autorin, aus dem Schattendasein hervorzutreten und "das Vorurteil gegen sich selbst" zu erkennen.

Im ersten Teil trug Christiane Schwarze die Kurzgeschichte "Tonerde" vor.
Die Protagonistin, ein geistig zurückgebliebenes junges Mädchen, wird darin zur Heldin, in dem sie ihrer Erzieherin das Leben rettet.

Im zweiten Teil las die Autorin aus ihrem Buch "Meine Tage wurden wie schimmernder Opal" vor. In diesem Werk vereinigt sie die große Bandbreite ihres künstlerischen Schaffens. Kurzgeschichten, Lyrik, Märchen und Kriminalgeschichten sind darin enthalten.

Tiefgründig und eindringlich schildert die Autorin die Pflegesituation alter oder behinderter Menschen.
Christiane Schwarze macht aufmerksam, beschreibt, verfällt aber nie in falsches Mitleid, sondern ruft auf dazu "mit aller Macht nein zu sagen" und auch als behinderter Mensch seine Stärken zu suchen und das Leben selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen.
"Unterschätzt nicht unsere Macht", erklärt sie in einem Text und fordert einen Platz inmitten der Gesellschaft.
Als eine Frau, die eigene Wege geht, ist Christiane Schwarze ein gutes Vorbild und vermochte das Publikum zu überzeugen.

In der Kurzgeschichte "Hexennacht" schildert sie die Diffamierung einer Frau, die entgegen des kleinbürgerlichen Lebens ihren eigenen Weg findet.

Auch die Gedichte sind geprägt von einer ungemeinen Dichtheit und Intensität: "Wenn ich die Zeit freilasse, schenkt sie mir dafür mein Leben zurück."
Zeilen, die nicht nur behinderten Menschen gelten sollten, denn Christiane Schwarze gelingt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: den Brückenschlag zwischen Behinderten und Nichtbehinderten bei der Suche nach Entfaltung eines humanen Lebens.

Ohne Rührseligkeit kommt sie ihrem Anliegen nach und ihre Denkanstöße zogen die Gäste der Lesung ebenso in ihren Bann wie die eindringliche Musik von Eva Batt.

 

Marburger Neue Zeitung

Und bist du nicht willig ...

Marburg, im "Szenario"

Ein Mädchen wird in den Wald gezwungen, von einer gutmeinenden Ordensschwester den Händen fragwürdiger Kavaliere übergeben.
Musik setzt ein. Der dumpfe Basston gleicht einem schneller werdenden Herzschlag, die Akkorde widerstrebender Hast.
Jahre später plant eine Frührentnerin zwischen "Biskuitrollen und Häkeldeckchen" einen fingierten Doppelselbstmord.

Die Geschichte stammt aus der Feder der Autorin Christiane Schwarze und wird gemeinsam mit Eva Batt als musikalisch inszenierte Krimilesung im Szenario dargeboten.
Schwarze liest aus ihrem neuesten, im Herbst 2002 erschienenen Buch mit Kriminalgeschichten: "Frau mit Hund und Stock".
Eigens dafür komponierte die Jazzpianistin Eva Batt die Musik.
Text und Komposition werde bereits in ihrer Entstehung aufeinander abgestimmt, so dass Text quasi in Ton übersetzt wird.
Dabei geht der Text der Musik voran, die fugenartig das Thema aufgreift und frei weiter umspielt.

Dies bietet dem Duo Alternativen im Umgang mit Genrezwängen des Krimis, namentlich der Gewalt.
Auf deren sprachliche Ausformung wurde zugunsten von motivisch verwendeten Bildern verzichtet.
Goethes Erlkönig leiht dabei das Wort "Und bist du nicht willig ..." – so ist die erste Kriminalgeschichte von Schwarze übertitelt.
An dramatischen Höhepunkten weben sich Erlkönigzitat und dessen musikalische Bearbeitung von Schubert ineinander.
Das einzige Stück an diesem Abend, was nicht von ihr komponiert sei, wie Batt im Vorfeld informiert.

Das gutbesuchte Szenario wurde durch den angenehm unprätentiösen Vortrag, zwei kurze Pausen
und durch die vom Einlass bis zum Bier danach anwesenden Künstlerinnen für diesen Abend zum gemütlichen Wohnzimmer.
Die Autorin freute sich über den heimeligen Rahmen, der einem kleinen Jubiläum angemessen sei.
Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte Schwarze 1993 in Marburg, im Rahmen der Veranstaltung "Schreibende Frauen lesen vor" gehabt.
Jetzt kam sie zu ihrer 100. Lesung wieder in die Universitätsstadt.
Und wie jemand aus dem Publikum rief: "Hoffentlich nicht zum letzten Mal."

 

Oberhessische Zeitung

100. Lesung der Autorin Christiane Schwarze

Literarischer Kriminal-Tango

Homberg. Christiane Schwarze aus Homberg/Ohm trat erstmals 1993 öffentlich in Erscheinung.
Dies geschah im Rahmen Schreibende Frauen lesen vor, einer Veranstaltung die von der Marburger Frauenbeauftragten Christa Winter und der Stadtbibliothek Marburg initiiert wurde.

Seitdem ging es auf der literarischen Erfolgsleiter der Autorin stetig aufwärts.
Sie kann inzwischen auf über 200 Einzelveröffentlichungen im In- und Ausland, sowie fünf Bücher, erschienen im Mauerverlag, (teilweise auch als Braille-Schrift und Hörbuchversion erhältlich), zurückblicken.

Wenn es einen roten Faden in ihrer Literatur gibt, so den der Vielseitigkeit und dem sozialpolitischen Engagement.
Die literarische Bandbreite reicht von Kurzgeschichten, Lyrik, Märchen für Erwachsene bis hin zu Kriminal-Erzählungen.

Zwischen einem Auftritt in Berlin und anschließend in Luxemburg, wird ihre einhundertste Lesung wiederum in Marburg stattfinden.
Besonders spannend wird es noch durch die musikalische Inszenierung, gemeinsam mit ihrem Duo TonSatz.